Erfahrung aus dem Kurs für Obstbaumschnitt

Wow – was für ein Wochenende.

Voll mit Information zum Thema Obstbaumschnitt komme ich gerade aus Hamburg Sasel zurück. Hier wurde an 2,5 Tagen alles über den naturgemäßen Obstbaumschnitt gezeigt, was es nur zu zeigen gibt. Volker Ciesla und Sebastian Dorn (die Kursleiter) würden jetzt wohl behaupten, dass ich tatsächlich in diesen zahlreichen Stunden nur an der Oberfläche gekratzt habe – aber mein Kopf ist voll und meine Liebe für die alten Apfelbäume im Garten voll entfacht. Mehr geht nicht!

Volker und Sebastian sind übrigens Praktiker der Obstgehölzpflege und aktive Mitglieder des Pomolgenvereins. Wer jetzt schon genug hat von meinen Ausführungen und gleich mal schauen möchte wie und was gemacht wird, dem sei noch vorweg gesagt, dass sich ein Besuch lohnt! Hier geht´s zur Homepage der beiden!

Noch da..? Prima, das freut mich! Dann kann ich ja noch etwas ausführlicher berichten, was ich im Seminar für Obstbaumschnitt gelernt habe und was für mich die entscheidendsten Erkenntnisse waren.

Los ging´s am Freitag

Beginn 17:30 in lockere Runde – Volker und Sebastian haben mit einen Vortrag auf das Thema eingestimmt. Und ich dachte am Anfang noch…warum eigentlich 2,5 Tage da sitzen, wenn ich doch nur schneiden möchte. Doch während des Vortrages wurde mir klar, dass sich das ganze Seminar nicht nur um das schneiden drehen wird und es vielmehr darum geht, die Bäume zu analysieren um den Ertrag, die Vitalität oder die akute Situation des Baumes zu verbessern. Ich war gespannt.

Zudem  habe ich endlich mal erklärt bekommen, warum ich da nicht einfach einen Apfelkern in die Erde stopfen kann, sondern Äpfel veredelt werden müssen. Jetzt will ich das auch noch 😉

Aber für mich wichtig war auch, dass der Zustand des Baumes nicht immer durch einen Schnitt verbessert werden kann. Faktoren wie Wasser, Licht, Bodenverhältnisse, Pflanztiefe und Nährstoffzufuhr spielen natürlich auch eine Rolle. Ich werde bspw. mal meinen Patienten eine Portion Kompost gönnen – das werden sie sicher mögen.

Am Samstag ging es dann zur Sachen

Wie schon gesagt: Äpfel werden veredelt, um die Sorten zu erhalten. Am Samstag haben wir uns mal angeschaut, was dabei so passieren kann. Je nachdem welche Unterlage zur Hand genommen wird, kann ich einen Baum mit starken oder schwachen Wuchs oder auch langer und kurzer Lebensdauer erhalten. Das ist natürlich sehr wichtig zu wissen, insbesondere wenn Du einen Baum in den Schrebergarten pflanzen willst. Ihr kennt das sicher…“nix über 3,00 Meter wachsen lassen“ – hmm, doof nur, wenn ich da so ein Baum habe, der ja nun in die Höhe will und sich durch das schneiden dann auch nicht mehr im Zaum halten lässt.

Ich habe für mich mitgenommen, dass Sämlingsunterlagen hoch werden und ziemlich spät anfangen Äpfel zu bringen. Dafür werden sie sehr alt. Aber im Grunde ist das nix für einen Schrebergarten. Dann gibt es bspw. noch so was wie eine M9 Unterlage. Diese bleiben klein, tragen bei guter Pflege schon nach zwei Jahren und werden ca. 20 Jahre alt. Für den Schrebergarten also schon besser geeignet.

Auf die Streuobstwiese ging es dann am Samstag auch noch – aber nicht zum schneiden. Wir haben uns verschiedene Bäume angeschaut und darüber diskutiert, was diesen fehlt und wie man Ertrag, Langlebigkeit oder auch die Stabilität verbessern kann.

Am Sonntag gab es dann auch noch was zum Hintergrund…

nach einer Wiederholung und individuellen Fragen, haben wir bspw. auch noch ein paar Sachen über Auxin und Wachstumsregulatorien gelernt. Hier habe ich dann abgeschaltet (Sorry Sebastian) Es war zwar sehr interessant, aber mein Kopf war schon voll mit lauter Informationen. Da ging dann nix mehr rein. Über Buchempfehlungen und Schneidwerkzeuge konnten wir uns dann auch noch informieren. Natürlich ging es auch am Sonntag noch einmal auf die Wiese und wir konnten in Gruppen das Wissen erneut anwenden.

Fazit

Insgesamt muss ich sagen, dass ich beeindruckt bin, wie ich vor und nach dem Seminar über das Thema Obstbaumschnitt denke. Meine Bäume im Garten betrachte ich jetzt anders und zur Schere greife ich nun bedacht.

Ich würde jedem das Seminar empfehlen, der mehr als nur Ertrag aus seinen Bäumen holen will. Es wird wirklich sehr viel gezeigt und Volker und Sebastian bringen mit ihrer sympatischen Art den Stoff auch sehr gut rüber.

Wer weiß, vielleicht werde ich auch noch mal Pomologe oder zumindest Mitglied im Pomologen-Verein 🙂

 

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